Ängste überwinden – Mein persönliches Risiko

Gefühle – Wie gehe ich mit meiner Angst um?

Ängste auflösen – das können wir auf ganz unterschiedliche Weise. Am Coaching-Beispiel „Hans Mustermann und Sabine Traumfrau“ zeige ich Dir eine einfache Methode, wie Du konstruktiv in vielen Situationen mit Deiner Angst umgehen kannst. Sei gespannt, was Du vom Risikomanagement-System der beruflichen Arbeitswelt für die Bewältigung Deiner Ängste lernen kannst. Ein ♥-Tipp ist auch wieder dabei. Dieser zeigt Dir, wie Du in 60 Sekunden täglicher Lebenszeit Deine Angst annehmen und wieder klar sehen kannst.

Angst – Ein Gefühl der Ohnmacht

Vor Jahren habe ich in einem Buch ein Zitat gelesen, das mein Leben nachhaltig prägte. Das Zitat stammt von einem Sterbenden, der sagte: Ich habe zuviel Zeit damit verbracht, Angst zu haben.“

Angst – Starre umgibt mich
Was soll ich bloß tun?

Das Gefühl der Angst bringt uns häufig dazu, in eine Schockstarre zu verfallen. Es schwirren tausende, erschreckende Gedanken im Kopf umher und wir können uns einfach nicht entscheiden, was wir dagegen tun sollen.

Angst – ein schützendes Gefühl
Wie werde ich Sie los?

Angst ist „nur“ ein unschönes Gefühl und tatsächlich schützt es uns davor, unsinnige Taten zu tun. Wir sichern uns ab. Wenn wir beispielsweise über die Straße gehen, schauen wir nach links und rechts, weil wir Angst haben, überfahren zu werden.

Angst – Der Weg in die Verbesserung
Soll ich oder soll ich nicht?

Angst – Risiken zeigen uns den Weg zur Verbesserung

Unsere Ängste haben etwas mit Risiko zu tun. Wenn wir Entscheidungen treffen, gehen wir häufig gefühlte tausend Risiken ein. Und diese Risiken sind es, die uns Angst machen.

Holen wir uns die Risiken nicht in unser Bewusstsein, dann bekommen wir lediglich ein grippelndes Bauchgefühl oder starke Kopfschmerzen vom vielen Grübeln. Bleiben die undefinierten Risiken als Angst in unseren Köpfen, scheuen wir häufig die Veränderung, bleiben im Alten hängen und geben der Verbesserung keine Chance.

Unsere Risiken sollten wir uns also näher betrachten, definieren, managen und minimieren. Vor allem sollten sie raus aus unseren Köpfen und „zu Papier“ gebracht werden. Und nichts anderes macht ein Risikomanagement-System eines Unternehmens. Nutzen wir ein solches System, können wir in unseren persönlichen Handlungen sicherer werden. Wir können erkennen, ob wir uns trauen oder uns zurecht für das „Alte“ entscheiden sollen.

Welche Risiken sind Dir bewusst?

…Risiken bestehen nicht nur finanziell…das Coaching-Beispiel von Hans Mustermann wird es zeigen.

Was verstehst Du unter Risiko?

Wir reden ständig von Risiken (finanzielle Risiken beim Aktienkauf, gesundheitliches Risiko beim Rauchen, das Geschäfts-Risiko einer Selbständigkeit, das Risiko beim Ja sagen vor dem Traualtar…).

Aber wie ist ein Risiko überhaupt definiert und welche Voraussetzung muss gegeben sein, damit wir unsere Risiken auch managen können?

Im Risikomanagement sind sich viele Experten einig: Risiken sind immer nur in direktem Zusammenhang mit einer Planung zu interpretieren. Ohne Planung und ohne definierte Ziele gibt es keine Zielabweichung und somit kein definierbares Risiko.

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass wir Risiken nur managen können, wenn wir in die Planung gehen und uns Ziele setzen.

Kennst Du das? Es kommt vor, dass ausgerechnet das eingetreten ist, wovor Du am meisten Angst hattest? Und die reine Hoffnung, dass sich alles zum Guten wendet, funktionierte nicht?

Ziele zu verschriftlichen, Ängste vor den Zielabweichungen zu erkennen und die eigenen Risiken zu managen und somit den Schaden zu vermeiden, gehen viele von uns nicht wirklich planmäßig an.

Und dann ist er da – der Schaden
Angeblich plötzlich – aus heiterem Himmel

Wenn ein Risiko eintritt, ist der Schaden da. Und die Angst hat sich bestätigt. So einfach ist das. Haben wir das Risiko vorher nicht bedacht und Gegenmaßnahmen ergriffen, dann wachen wir eines Morgens auf und denken: „Mist, wieso passiert mir das jetzt?

In vielen Situationen könnten wir den Schaden vermeiden, wenn wir als Manager und Managerinnen unserer persönlichen Risiken agieren. Zumindest würden wir nicht überrascht aufwachen und hätten einen Plan B in der Tasche.

Hans Mustermann und Sabine Traumfrau – Ein Coaching-Beispiel für Dein persönliches Risikomanagement

Sobald wir uns in unseren fünf Säulen unserer Identität Ziele setzen, können wir also unsere Risiken managen und unsere Ängste auflösen.

Also auf geht es mit einem Ziel aus der Säule „Leistung und Beruf“. Mein Klient (Hans Mustermann) und seine Freundin (Sabine Traumfrau) dienen dabei als Coaching-Beispiel. Die Namen sind fiktiv.

Hans ärgert sich ständig über seinen Chef und in seiner täglichen Arbeit sieht er überhaupt keinen Sinn mehr. Morgens quält er sich regelrecht aus dem Bett, hat ständig Magenschmerzen und wird immer unzufriedener mit sich und der ganzen Welt. Nach zwei Jahren des Quälens trifft Hans eine Entscheidung und formuliert schließlich folgendes Ziel:

„Zum 31.12.2017 habe ich meinen Job im Angestelltenverhältnis gekündigt und bin ab dem 01.01.2018 selbständig tätig.“

Trotz seines festen Entschlusses hat Hans Angst!!! Da sich Hans mit dem unternehmensweiten Risikomanagement-System auskennt, wendet er die Methode auch für sein persönliches Ziel und die Bewältigung seiner damit verbundenen Ängste an. Er geht in vier Schritten folgendermaßen strukturiert vor:

Schritt 1 aus der Angst – Identifikation des Risikos

Bei der Risikoidentifikation erfasst Hans alle Gefahrenquellen, die ihn daran hindern könnten, sich guten Mutes in die Selbständigkeit zu begeben. Er identifiziert unter anderem ein Risiko in seiner Säule „Soziales und Umfeld“, das ihn hart trifft. Seine Angst lässt ihn nicht mehr ruhig schlafen. Er überlegt tatsächlich, ob er nicht doch besser in einem unglücklichen Angestelltenverhältnis bleiben soll. Hier nun zu seiner Angst, die er folgendermaßen als Risiko ausdrückt:

  • Risikoname: Trennung von Sabine Traumfrau
  • Risikobeschreibung: Sabine ist meine große Liebe, die sehr gerne viel Zeit mit mir verbringt. Wir wollen nächstes Jahr heiraten. Wenn ich mich selbst-ständig mache, dann habe ich zukünftig weniger Zeit für Sabine und es besteht die Gefahr, dass Sie mich noch vor der Hochzeit verlässt.

Schritt 2 aus der Angst –  Bewertung des Risikos

Hans weiß, dass es für seine Entscheidung nicht ausreichend ist, das Risiko zu identifizieren, sondern es muss auch anschließend bewertet werden. Erst danach weiß er sicher, ob es sich um ein schwerwiegendes Risiko, mittleres Risiko oder Bagatellrisiko handelt. Wie im professionellen Risikomanagement-System bewertet er sein Risiko „Trennung von Sabine“ anhand von zwei Parametern: Der Schadenseintrittswahrscheinlichkeit und dem Schadensausmaß.

Hans überlegt: „Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sabine mich verlässt?“ Er kommt zum Resultat, dass eine 40%ige Wahrscheinlichkeit gegeben ist. Zu diesem Ergebnis kommt er nach vielem Hin- und Hergrübeln. Er schickt seinen Verstand mal kurz in den Urlaub und entscheidet sich, sein Ergebnis mit Hilfe einer Herzmeditation zu verifizieren. Sein Herz kommt zu dem Schluss, dass die Wahrscheinlichkeit lediglich bei 15 Prozent liegt. Jetzt kann er etwas aufatmen und denkt darüber nach, welches Schadenausmaß es für ihn hätte, wenn Sabine sich trennt.

Zum Schadensausmaß stellt er folgendes fest: „Unsere gemeinsame Zeit ist auch mir sehr wichtig und gibt mir sehr viel Kraft…und ich liebe Sabine so sehr…“ Er stuft das Ausmaß des Schadens als sehr hoch ein. Eine erneute Herzmeditation bestätigt sein Ergebnis.

Obwohl die niedrige Eintrittswahrscheinlichkeit auf ein Bagatellrisiko schließen lässt, liegt aufgrund des sehr hohen Schadensausmaßes insgesamt für Hans ein schwerwiegendes Risiko vor und bei schwerwiegenden Risiken ist sofortiger Handlungsbedarf angesagt.

Schritt 3 aus der Angst – Steuerung des Risikos

Hans entscheidet sich, vorerst bei seinem Ziel „Kündigung und Selbständigkeit“ zu bleiben und sich seine Handlungsmöglichkeiten anzuschauen, mit denen er das schwerwiegende Risiko minimieren kann und die Chance besteht, dass die Beziehung stabil bleibt. Dazu benötigt er Strategien zur Steuerung des Risikos.

Folgende Steuerungsmöglichkeiten beschließt er:

  • Nächstes Wochenende spricht er mit Sabine über seine Ängste und Sorgen.
  • Bis Ende August macht er sich neben seinem Businessplan auch einen zeitlichen Plan für Aktivitäten mit Sabine. Er hält schriftlich fest, dass er seine Lebenszeit nicht nur selbst und ständig mit seinem Unternehmen verbringt. Das ist auch gut für seine Work-Life-Balance.
  • Damit er sein Business langsam angehen kann, macht er sich im Rahmen des Businessplanes einen separaten Liquiditätsplan und gewinnt dadurch einen Überblick über finanzielle Reserven. Das beruhigt ihn und er kann in Ruhe auch Zeit mit Sabine verbringen.
  • Er bezieht Sabine in sein Business mit ein, hört Ihre Vorschläge an und bespricht mindestens einmal im Monat mit ihr, ob aus Ihrer Sicht Änderungsbedarf besteht, auch bezüglich Ihrer Partnerschaft.
  • Noch im August 2017 plant er mit Sabine die Hochzeit 🙂

Schritt 4 aus der Angst – Überwachung des Risikos

Hans legt fest, dass er in regelmäßigen Abständen überprüft, ob er die festgelegten Steuerungsmaßnahmen auch umgesetzt hat und ob diese Maßnahmen geeignet waren, das Risiko zu vermeiden bzw. zu minimieren.

Und tatsächlich hat er alle Steuerungsmaßnahmen umgesetzt. Alleine schon das Gespräch mit Sabine über seine Ängste und seine Sorgen hat das Risiko auf ein Minimum reduziert. Große Freude bei beiden 🙂 und sie haben ihren Hochzeitstermin nach vorne verschoben.

♥ Herzenstipp:

Kämpfe nicht gegen Deine Angst, als wäre sie Dein Feind. Verlasse die Kampfarena und gebe Deiner Angst einen Platz in Deinem Herzen. Deine Angst will gesehen und gehört werden. Loslassen beginnt beim Annehmen. Erst wenn wir die Angst annehmen, kann sie auch gehen.

Ich lade Dich dazu ein, folgende Methode anzuwenden, die ich immer mal wieder auch in meinen Coachings empfehle. Bevor Hans mit seinem persönlichen Risikomanagement begonnen hatte, hat er sich folgenden Zettel geschrieben:

Vier Wochen lang investierte er jeden Morgen nach dem Aufwachen und jeden Abend vor dem Schlafen gehen 30 Sekunden seiner Zeit. In diesen 30 Sekunden las er sich den Satz vor und spürte in sein Herz hinein. Nach vier Wochen konnte er wieder klar denken. Er managte sein Risiko und lebt mit Sabine seitdem glücklicher als je zuvor. Im Nachhinein sieht er seine Angst als ein kostbares Geschenk. Die Angst ermöglichte ihm einen Weg in eine verbesserte Zukunft.

Ich wünsche Dir alles Liebe beim Annehmen Deiner kostbaren Geschenke!

Herzlichst,

Petra Nießen